Jedes Jahr freue ich mich aufs Neue, wenn die Kastanien blühen und im Garten wieder alles grünt und sprießt. Die Glyzinienblüten sind regelrecht explodiert vor Farbenpracht. Und wenn dann auch noch der Flieder blüht und gerade in der Abendsonne zart duftend die Sinne erfreut, dann geht mir das Herz so richtig auf.

 

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Jedes Jahr nehme ich mir vor, den Tag, an dem die Kastanien ihre ersten Blätter zeigen, im Kalender zu notieren. Jedes Jahr denke ich, ach, das merkst du dir, musst du nicht notieren… Und jedes Jahr tue ich das nicht und grübele und grübele, wann denn bloß letztes Jahr die ersten zartgrünen Blätter an den Kastanien zu sehen waren. Dasselbe Spielchen mache ich auch mit dem Tag, an dem die ersten Kastanienblüten zu sehen sind. So ein alberner Quatsch. Aber irgendwie macht mir das Gedankenspielchen so einen Spaß, da braucht es dann mal keinen Eintrag im Notizbuch. Und in den Zeiten von instagram.com könnte ich ja einfach ein Foto knipsen und einstellen. Aber: Ach wär das langweilig für mein Gehirn!

Anfang Mai waren wir mal wieder auf Eiderstedt, in der Nähe von St. Peter-Ording. Eigentlich wollten wir nach Berlin fahren, zur BerlinKnits 2015. War schon lange geplant, Hotel längst gebucht (und ganz eigentlich wollte ich dort auch ausstellen, aber die echte Grippe hatte mich im Februar/März für einige Wochen komplett ausgeknockt). Aber dann wurde es ganz plötzlich Eiderstedt (wir sind für Freunde eingesprungen) und das war dann auch wieder richtig schön, wenn auch verdammt kalt. Aber die Rapsfelder haben alles gegeben und es leuchtete nur so durch die Landschaft und erwärmte mir auch das Herz und ständig musste ich „Hach, wie schööön!“ rufen. Oder wie Muttern Kempowski in „Tadellöser & Wolff“ „Kinder, wie isses schön. Nein, wie isses schön. Zu und zu schön.“ Überhaupt „Tadellöser & Wolff“. Ein Buch, das ich alle paar Jahre wieder lesen muss. Aber zurück nach Eiderstedt und den Rapsfeldern und Schafen und der Nordsee und dem Strand. Die vielen Himmel und Wolken, an denen ich mich nie und nimmer satt sehen kann. Und da ist es dann wieder: „Kinder, wie isses schön. (…)“ und meine Familie jault auf und ruft nur: „Jaaaa, wie isses schön! Wissen wir!“

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Noch ein bisschen Himmel; ein stürmischer und wilder Himmel (St. Peter-Böhl):

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Und dann waren da ja noch die Schafe und viele, viele Lämmer. Überall und freundlich blökend, zu und zu schön. Als wir aus Tetenbüll kamen (da gibt es diesen ganz großartigen Bioland-Schafhof der Familie Volquardsen, die köstlichsten Schafkäse macht und die herzlichen Ostfriesischen Milchschafe züchtet), wurde eine andere Schafherde gerade von einer Weide zur anderen gebracht, begleitet vom aufgeregtem Geblöke der anderen Herde, die auf der Nachbarweide stand. Wir mussten warten (was wir gerne gemacht haben) und zockelten ganz langsam im Auto hinten der Herde her:

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Der Bauer im Trecker war furchtbar anstrengend und nervig, weil er wie ein Bekloppter an den Schafen vorbeiraste – mir blieb fast das Herz stehen, aber alles ging gut.

Noch einmal Himmel und Wolken:

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Zwei Tage alte Küken, die nicht unter eine Wärmelampe, sondern noch von der Glucke ausgebrütet wurden. Drei Wochen lang hat sie auf ihren eigenen Eiern und drei untergeschobenen gebrütet. Herr Richardsen vom Hamkenshof in Tating hatte der Glucke jeden Tag kleine Bananenstückchen angeboten (neben dem normalen Körnerfutter und gekochtem Eigelb), die sie mit großem Appetit verschlang. Ein bisschen Kraftfutter für den anstrengenden Job des Ausbrütens. Ein Tag, nach dem das letzte Küken geschlüpft war, waren alle in dem abgezäunten Extrabereich unterwegs, die Glucke stolz wie Bolle und so eifrig dabei, ihren Küken das Scharren und Würmer aus der Erde ziehen zu zeigen. Und die kleinen fiepsten und piepten immer hinter ihr her und machten alles nach. Hach, das war wieder toll! Mein Urgroßvater Emil war ein großer Hühnerfan, sozusagen der „Hühnerflüsterer“. Ich finde ja, dass Hühner was ungemein Beruhigendes an sich haben.

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Und wieder ein bisschen Himmel…

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… und der Leuchtturm in Westerhever von weiter weg fotografiert (herangezoooooomt; die Kamera hat alles gegeben). Ich hab mal all die vielen Menschen einfach am unteren Bildrand „abgeschnitten“; uns war dann plötzlich die Lust vergangen, uns in die Menschenmenge zu stürzen, um den Leuchtturm mal wieder von Nahem zu sehen.

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Und wieder Himmel und Wolken:

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… Himmel mit ein bisschen Nordsee und Sand (soll ja nicht langweilig werden!):

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… viel Sand (und Himmel):

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Eine Luftmatratzenwolke am Himmel und ein Muschelsucher:

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Ein Wolkenschatten auf dem Wattsand (und natürlich ein bisschen Himmel):

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Kleiner Szenenwechsel: Flechten auf dem Bohlenweg zur Seekiste in St. Peter-Böhl:

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Ha! Und wieder mal der Himmel…

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Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, um welche Beerensträucher es sich hier handelt. Von den Blättern her, hätte ich gewettet, dass es Himbeeren sind, aber die Blüten waren PINK. Oder doch Brombeeren? Aber die Blüten:  so PINKig? Wer kann helfen?!

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Der Blick über Tating vom Kirchhof/Friedhof der St. Magnus-Kirche aus (übrigens die älteste Kirche Eiderstedts):

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Das Blau (fast schon Blautürkis) der Kirchentür war so leuchtend und schön (natürlich noch viel schöner „live und in Farbe“):

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Der Weg zu den Schafen in Tating:

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Da kamen sie gleich angesaust:

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Protestgeblöke, weil wir nichts zu fressen dabei hatten:

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Vorwurfsvoller Blick: „Wirklich nichts zu fressen dabei?“

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„Pöh. Dann nicht.“

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Ein vorletzter Blick auf den Himmel und die Wolken (also, ich kann wirklich nicht genug davon bekommen…):

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Und noch ein letzter Blick für heute in den Himmel:

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Habt ein schönes Wochenende!

Alles Liebe,

Susanne